Artist in Residence
Künstlerresidenz beim Kulturkollektiv

Artist in Residence in der Glasbläserstadt Lauscha

4 Jahrhunderte Lauschaer Glas haben ihre Spuren hinterlassen. Werkstätten und Studios für Glasaugen, Christbaumschmuck und kunsthandwerkliche und künstlerische Glasgestaltung prägen den Ort, das Museum für Glaskunst, die Farbglashütte und die Berufsfachschule Glas sind in Lauscha ansässig.
In Lauscha und dem Umfeld ansässige Glaskünstler und Kunsthandwerker praktizieren vielfältige Formen und Techniken der Glasgestaltung, Kaltbearbeitung und Heißformung.
Nicht weit entfernt findet man außerdem das Europäische Museum für Glas Rödenthal, das Geißlerhaus in Neuhaus am Rennweg, das Glasapparatemuseum in Cursdorf, das Flaconmuseum in Tettau und die Berufsschule für Glasapparatebau Ilmenau.

Als wäre das nicht genug, liegt Lauscha im Thüringer Schiefergebirge, nahezu direkt am Rennsteig mit einer grandiosen Landschaft, geprägt durch Berge, Wälder, enge Täler und Menschen von besonderem Schlag.

Seit 2014 gibt es das Kulturkollektiv Goetheschule. Ein Mit- und Nebeneinander Arbeiten von bis zu 40 Künstlern und Kunsthandwerkern bilden ein BAUHAUS-Arbeitskonzept in der tiefen Provinz im Thüringer Wald. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Workshops, Theaterstücke, ein Poetryslam im Jahr, eigene Beiträge zu den Lauschaer Events und eine kleine Bibliothek tragen diese künstlerisch/kulturellen Ressourcen dann nach außen. Das Ganze in einem altehrwürdigem Kulturdenkmal – der 120 Jahre alten Goetheschule.
Seit 2017 wird der Verein mit dem Projekt „Künstlerresidenz beim Kulturkollektiv“ durch die Kulturstiftung des Bundes, Fond Neue Länder gefördert. Seit November 2018 ist in diesem Kulturdenkmal eine Künstlerresidenz, vorrangig für Glaskünstler, eingerichtet.
In Kooperation mit ortsansässigen Glaskünstlern , Handwerk und Industrie soll hier ein Artist in Residence Programm, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, Stiftung Neue Länder , die Thüringer Staatskanzlei und weitere Förderer, initiiert werden. Es stehen 6 Monatsstipendien zur Verfügung. Diese beinhalten kostenfreie Logis, 1000€ Monats-Stipendium und freies Atelier im Haus. Das alles wird durch ein abzusprechendes Programm mit regionalen Künstlern ergänzt.
Am Ende und während des Aufenthalts wird im Museum für Glaskunst oder der Galerie der Goetheschule eine entsprechende Ausstellung organisiert.

Für die Auswahl der Künstler hat sich ein Beirat gegründet. Ihm gehören neben Vertretern des Vereins und der Stadt Lauscha namhafte Künstler und Kuratoren an.

Bewerbungen können formlos an das Kulturkollektiv Goetheschule e.V.

via email kulturkollektiv_goetheschule@kabelmail.de ,
über Facebook: https://www.facebook.com/kulturkollektivGOETHESCHULE/

oder per Post an Kulturkollektiv Goetheschule e.V., Bahnhofstraße 29, 98724 Lauscha

bis 30.Oktober des Vorjahres gesendet werden.

Infos findet man auch auf unserer Homepage: http://wwww.kulturkollektiv-goetheschule.de

Die Residenz

Das Angebot sollte folgende Punkte beinhalten:
1. freie Logis in der Goetheschule
2. ein noch näher zu bezeichnendes Stipendium
3. ein Ateliers
4. ein Programm in Kooperation mit lokalen Künstlern und Produzenten
5. eine abschließende Ausstellung mit Galerieverkauf

Zur Zeit sind einmonatige Aufenthalte angedacht, bei einer insgesamt Auslastung von 50%, also 6 Künstlerinnen und Künstler pro Jahr. Um einen ausreichenden Vorlauf zu garantieren beginnt das Projekt 2018. Bis dahin werden die materiellen Voraussetzungen geschaffen sein, werbe- und soziale Medien organisiert und die Ausschreibung erstellt und vollzogen sein. Die Schaffung nachhaltiger Verbindungen mit anderen Stiftern und Förderern wird von der Qualität der Residenten, der geschaffenen Arbeiten und einer guten Dokumentation und Weiterverbreitung abhängen. Hier sind nicht unwesentliche Mittel im Kostenplan eingestellt um das sicher zu stellen. Die Dauer des Aufenthalts und der Ausstellungen sind verhandlungsbasiert und hängen im großen Maße von den Künstlern selbst ab.

Die Förderung von Kunst und Kultur in der Region
 ist neben der soziokulturellen Arbeit das wesentliche Ziel des Kulturkollektivs Goetheschule e.V.
. Zu dessen Verwirklichung ist es sinnvoll, an bestehendes Anzuknüpfen und auf den tatsächlichen Bedarf zu reagieren. Die Verstetigung der Arbeit der Glassymposien wird beiden Anliegen gerecht. Darüber hinaus wird auch der Bekanntheitsgrad der Stadt Lauscha und des Projektes gesteigert.
Die Glaskunst ist wesentlicher Bestandteil der Geschichte und Gegenwart der Stadt Lauscha. Lauscha wurde 1597 als Glashüttensiedlung gegründet. Seit dieser Zeit wird durchgängig Glas produziert und verarbeitet. Die Dorfglashütte Lauscha bildet als sogenannte „Mutterglashütte“ das Zentrum und den Ursprung der Glasherstellung im Thüringer Wald und im Frankenwald. In Lauscha und Umgebung sind namhafte Glashersteller in nahezu allen Sparten der Glasindustrie tätig (Christbaumschmuck, Verpackungsglas, Filterglas, Medizinische und Pharmazeutische Gläser, Elektroglas wie die Geißlersche Röhre, Prothetisches Glas). Lauscha gilt als „Geburtsort des gläsernen Christbaumschmucks“. Die Augenprothetik hat ebenfalls ihr Zentrum in Lauscha.
Seit Ende der 60iger Jahre des vorigen Jahrhunderts besteht auf der Grundlage der Kunstfertigkeit der einheimischen Glasbläser eine bedeutende Glaskünstler- Szene von weltweiter Bedeutung und Ausstrahlung.
Die Initiierung eines Residenz Programms in der Goetheschule Lauscha greift diese Fäden auf und verknüpft sie in neuer Weise. Internationale Künstler sollen Gelegenheit erhalten, die vorhandenen Arbeitsstätten in Lauscha für ihre Arbeit zu nutzen und gleichzeitig können die in der Region tätigen Künstler in einen kreativen Austauschprozess eintreten. Die gegenseitige Anregung und Befruchtung im Schaffensprozess gerät zur Win- Win- Situation für alle Beteiligten.

Beirat

Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt durch einen Beirat. Hier werden auch Programm und zeitlicher Ablauf beraten. Künstler sind sehr individuell und dem wollen wir dabei Rechnung tragen, zumal sich die Glaskunst in diverse Sparten unterteilen lässt – hier also eine angepasstes Programm nötig erscheint.

 

Den Beirat bilden:

Susanne Precht
Dr. Sven Hauschke
Andre Gutgesell
und Henry Knye
Toni Köhler-Terz
Norbert Zitzmann.